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Kangal

Der Name Kangal geht auf eine reiche und sehr einflussreiche Familie gleichen Namens zurück, die seit vielen Jahren in der Provinz Sivas in Zentralanatolien lebt und deren Herrschaftsgebiet ebenfalls den Namen Kangal trägt. In der Türkei kennt jeder Hirte oder Bauer die Bezeichnung Kangal, aber im allgemeinen Sprachgebrauch wird meistens der Name Karabas ( sprich: Karabasch ) benutzt. Karabas bedeutet "Schwarzkopf" ( Kara = schwarz, Bas = Kopf ) und diese Bezeichnung charakterisiert die Erscheinung des Hundes vortrefflich.

Es gibt zwei verschiedene Typen von Kangal. Auf der einen Seite findet man Hunde mit einem mächtigen, breiten Schädel, die von sehr kräftiger Statur sind und ein Gewicht von bis zu 80kg erreichen können. Dieser Typus wird von den meisten Zuchtstandarts und Haltern favorisiert. Daneben gibt es den geringfügig kleineren aber leichter gebauten Typus. Diese Hunde haben Windhundblut in ihren Adern und in ihrem Aussehen. Diese Kangal haben einen schmaleren Kopf und leichteren Körperbau. Rüden wiegen zwischen 40 und 50kg, Hündinnen zwischen 30 und 40kg.

In der Türkei findet man beide Typen etwa gleich häufig vertreten. Einzig in der Gegend um Sivas dominiert der massigere Typ. Leider sind westeuropäischen und amerikanischen Zuchten fast ausschließlich auf den massigen Typ eingestellt. Der überall um sich greifende Grössenwahn der Züchter und Halter, bringt immer grössere, schwerere und molossoidere Hunde hervor. Diese leiden dann zunehmend unter HD, Arthrose und anderen Skeletterkrankungen. Vom geringen Alter an sich nicht zu reden.

Der Kangal ist ein treuer und unbestechlicher Wächter. Der alles ihm anvertraute kompromisslos verteidigt, sollte dies nötig sein. Mit fremden Artgenossen sollte er vorsichtig und langsam zusammengeführt werden. Dies gilt auch oder gerade bei Spaziergängen mit einem angeleinten Kangal. Auch regelmässige Besuche einer Hundewiese mit bekannten Hunden haben ihre Tücken. Viele Kangal neigen dazu die gesamte Wiese, samt ihrer Kumpanen, gegen jeden neuen Hund zu verteidigen. Mit ihm bekannten Hunden geht er freundlich um oder ignoriert diese. Tiere im gleichen Haushalt wie ein Kangal, werden freundlich und teils fürsorglich behandelt, ebenso wie beschützt und verteidigt. Bei liebevoller Behandlung eines Kangal, sind diese Hunde innerhalb des Mensch-Hund Rudels äusserst anhänglich, zugänglich und sehr stark bindungsfähig. Kangal sind trotz ihrer Größe, Kraft und Ausstrahlung extrem sensible Tiere. Eine Ausbildung die auf körperliche Gewalteinsätze, unnötige Härte und einen ständigen Kasernenhofton abzielt, ist bei diesen Hunden völlig unangebracht. Dann verweigern sie den Gehorsam, lockern die Bindung an ihre Menschen und wehren sich im schlimmsten Fall eines Tages. Die Ausbildung dieser Hunde sollte mit Ruhe, Geduld und Konsequenz vollführt werden. Man sollte den Hund als Freund und sich selbst als freundschaftlichen Führer sehen. Denn nur dann werden Sie das wahrhaft wundervolle Wesen des Kangal erkennen können.